ELVIS´ STUTZ BLACKHAWK PROTOTYP

VIN (Vehicle Identification Number): 276579 P 330858 

 

Am 09. Oktober 1970 kaufte Elvis bei Jules Meyers Pontiac in Los Angeles für $ 26.000,-- seinen ersten Stutz Blackhawk. Nach dem Kauf wurde der Wagen zu George Barris von "BarrisKustom Industries, Inc." gebracht. Barris "The King of Customizers" veredelte das gute Stück noch etwas. Wie schon einige Wagen aus Elvis´ Fuhrpark zuvor. George Barris ist im Übrigen auch verantwortlich für div. Gustostücke aus TV-Serien wie das Original Batmobile oder das Auto aus "The Munsters" sowie für zahlreiche Hot Rods.

Elvis´ Stutz Blackhawk Prototyp vor "George Barris Kustom Industries, Inc."

Nach getaner Arbeit wurde das Auto am 12. Oktober 1970 zum International Hotel in Las Vegas gebracht. Sonny West übernahm vorerst den Wagen bis Elvis aus Memphis eintraf. Da Elvis stets das Neueste haben musste wurde der Wagen aber bald wieder gepimpt. Diesmal stand der Einbau eines 11 channel mobile telephone with decoder an. Die Rechnung, datiert mit 23. Jänner 1971 von KHM Communications weist einen Betrag von $ 1.467,50 hiefür aus.

Elvis erster Stutz Blackhawk wird von Jules Meyers am Flughafen verladen

Bei Elvis erstem Blackhawk handelt es sich um den ersten verkauften Stutz überhaupt. Er war jedoch noch ein sozusagen "Vorlaufmodell", nämlich der zweite gebaute Prototyp der neu gegründeten Firma Stutz. Elvis fuhr seinen ersten Stutz übrigens mit folgendem Kennzeichen: 1971 STUTZ. Die beiden gebauten Prototypen unterscheiden sich von den späteren Serienmodellen hauptsächlich durch die größere Heckscheibe. Dieser Wagen steht dzt. im Car Museum gegenüber von Graceland. Das allererste Auto (Prototyp Nummer 1) besaß der Firmengründer bis zu seinem Tod. Dieser Wagen wurde übrigens für das Stutz-Treffen im August 2004 extra von Kanada nach Memphis gebracht. Sonny West erzählte Peter Madle bereits im August 2003 die Hintergründe zu Elvis´ erstem Stutzkauf:

Jules Meyers, der erste Stutz-Händler, zeigte Elvis zu Hause in 1174 Hillcrest Drive eben diesen Blackhawk. Elvis war interessiert und Meyers meinte Elvis könne doch einen Kaufvertrag bereits unterzeichnen und die Stutz-Company würde ihm in den folgenden Monaten einen Blackhawk nach Wunsch bauen. Elvis war nicht an einer Vertragsunterzeichnung interessiert, er wollte das Auto haben, das neben ihm in der Einfahrt stand. Jules Meyers versuchte Elvis zu erklären, dass dieser Wagen ein Prototyp sei und er dieses Auto noch benötige um herumzufahren und es potenziellen Kunden zeigen zu können bevor die eigentliche Produktion startet. Elvis antwortete darauf mit einer Gegenfrage: "Wie glauben Sie können Sie mehr Autos verkaufen, wenn Sie damit herumfahren oder wenn mich damit die Leute herumfahren sehen?" Dies war auch für Meyers ein starkes Argument und er ersuchte Elvis bloß noch für eine andere Rückfahrgelegenheit Sorge zu tragen.

Schlüsselübergabe durch Jules Meyers nach der Auto-Show in Los Angeles, die Teil des Deals war  - 1174 Hillcrest Drive. Die Pressefotos stammen vom 3. oder 4. November 1970.

Im März 2004 hatte Peter die Gelegenheit mehr über den Kauf von Elvis erstem Stutz zu erfahren. Peter sprach mit Jules Meyers, dem damaligen Verkäufer. Er erzählte folgende Geschichte:

Elvis wollte den Wagen sehen und man vereinbarte ein Treffen bei Elvis zu Hause. Presley wollte das Auto haben. Meyers sagte aber, dass in einigen Tagen eine Auto-Show stattfindet und er das Auto dort präsentieren wolle. Elvis kaufte den Wagen, war aber damit einverstanden, dass Meyers ihn noch bei der 48. Annual International Auto Show im Pan Pacific Auditorium in Los Angeles, welche vom 24. Oktober bis zum 1. November 1970 stattfand, zeigen konnte. Elvis war weiters damit einverstanden aus Publicitygründen einige Pressefotos von ihm und den Wagen zu machen. Jules Meyers erzählte Peter weiters, dass auch Frank Sinatra an dem Wagen interessiert war aber er gleich deutlich machte, dass wenn er den Stutz kauft dieser für keine Auto-Show egal wann auch immer zur Verfügung steht und dass es Publicityfotos mit ihm und den Wagen nicht geben wird. So war es offensichtlich die bessere Entscheidung das Auto an Elvis Presley zu verkaufen. 

Fotos - 1174 Hillcrest Drive

Bevor Elvis aber etliche Meilen mit ihm abspulen konnte verursachte am 01. Juli 1971 noch ein angeheuerter Fahrer, der den Wagen eigentlich nur zum Waschen bringen sollte, fast einen Totalschaden (schwacher Trost, es geschah vor dem Waschen). Jules Meyers bot Elvis noch  $ 1.000,-- für das Wrack (siehe Foto).

Elvis entschied sich aber danach den Wagen zu verstauen. Der Firmengründer Mr. O´Donnell bot seine Hilfe bei den Restaurierungsarbeiten an die schlussendlich aber erst nach Elvis´ Tod vollendet wurden. Leider unglücklich. So wurden, aus welchen Gründen auch immer, nicht die Originalscheinwerfer verwendet. Es wurden Scheinwerfer eines 1961 Imperial verwendet! Der Front-Grill musste ebenfalls getauscht werden. Interessant in diesem Zusammenhang auch ein Brief von George Barris an Elvis datiert mit 01. September 1971 in dem Barris sein Bedauern im Zusammenhang mit dem Unfall zum Ausdruck bringt. Elvis Reaktion nach dem Crash war folgende: Er kaufte sich eben einen neuen Blackhawk.

Elvis´ Prototyp vor dem Balboa Bay Club (Foto aus dem Car Museum Graceland)

Was mich aber fasziniert ist dass nicht nur von Elvis selbst immer wieder neue Fotos auftauchen sondern auch von Elvis´ erstem Stutz. Nicht irgendwelche, sondern Fotos die während der Produktion eben dieses Wagens im Februar 1970 entstanden. Erhältlich sind diese 8x10 s/w Bilder von "The Klemantaski Collection" zum Preis von je $ 50,--. Wem das zu viel ist dem kann geholfen werden. Peter Madle bekam nach langen Verhandlungen zumindest die Genehmigung Thumbnails dieser Bilder auf seiner Homepage bringen zu dürfen (--> siehe Link). Sensationell wäre untertrieben denn in der Klemantaski Collection sind u.a. auch Fotos vom ersten Prototypen in seiner Produktionsphase. Augenscheinlicher Unterschied der beiden Prototypen sind die Zusatzscheinwerfer (nur bei #1) und die unterschiedliche Farbe der Lederausstattung innen. Rot/Schwarz (#1) und Schwarz (#2).

Fotos - Graceland Car Museum

Graceland - Außengelände

 

Fotos - Buch "Behind The Image, Vol. 2"

Fotos - Buch "TCB In A Flash"

 

Im April 2015 gabs in der Elvis-Welt tolle News. Sollte es doch erstmals eine permanente Elvis-Ausstellung außerhalb von "Graceland" geben. Und nicht irgendwo, sondern an einer geschichtsträchtigen Adresse. Dem nunmehrigen Westgate Hotel in Las Vegas. Vormals Hilton- und davor International-Hotel wo Elvis zwischen 1969 und 1976 gastierte. Was als langfristiges, nämlich 10jähriges Engagement angedacht war endete bereits nach 10 Monaten. Eröffnet wurde die Ausstellung "Elvis Is Back In The Building - The Exhibition - The Show - The Experience" jedenfalls am 23. April 2015 von Priscilla Presley und Lisa Marie Presley. Mehr als 300 Elvis-Artefakte wurden der Öffentlichkeit präsentiert. Darunter auch Elvis´ Stutz Blackhawk Prototyp.

Die Ausstellung endete wie erwähnt nur 10 Monate später mit einem Rechtsstreit. Im Februar 2016 zog das Westgate Hotel das Personal in der Ausstellung ab. Auch die Überwachungskameras wurden deaktiviert. Am 26. Februar 2016 beschlagnahmte das Hotel die über 300 Ausstellungsstücke aus Elvis´ Besitz und schloss die Veranstaltung. Die Elvis Presley Enterprises (EPE) klagt nun auf Herausgabe der Leihgaben. Ein EPE-Lizenznehmer "Exhibit A Circle", habe einen 10-Jahresvertrag mit dem Hotel abgeschlossen und würde nun vom Hotel gehindert, die Memorabilien an "Graceland" zurückzugeben. Laut Artikel in der "Las Vegas Sun" ist Westgate-Sprecher Mark Waltrip der Ansicht, jemand schulde dem Hotel für die Ausrichtung der Ausstellung eine große Summe. Man hoffe aber den Disput freundschaftlich beilegen zu können ohne das Andenken an Elvis zu beschmutzen. Ich bin schon gespannt wie diese Angelegenheit bereinigt wird.

Mein Dank für die nachstehenden Fotos geht an meinen lieben Freund Franz Atzler

 

 


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