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 OÖNachrichten Sonntag, 8. April 2001 16:15 

Eine multimediale Performance und eine Ahnung von der Magie

Elvis - The Concert: Auferstehung eines Lebendigen

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Die Kurhalle Oberlaa, finster. Die Bühne, ruhend im sanften Licht. Die Instrumente, wartend, geschlagen, gezupft, gestreichelt zu werden, Armaturen eines Raumschiffs, bereit abzuheben in die Vergangenheit. Aus der Ferne, das Grollen der Bläser, die Melodie, "Also sprach Zarathustra", geliehen von Richard Strauss, in die Gehörgänge gebrannt von Stanley Kubrick und seiner filmischen "Odyssee im Weltraum".
Was folgt, ist mehr eine Punktlandung, aber trotzdem, Abheben ist auch dabei. Ein Wesen, nicht mehr von dieser Welt, erscheint, weil es nicht kommen konnte, mit aller multimedialer Wucht. Drei große Leinwände, ein Gesicht, Elvis Presley fetzt los. "Oh See, See See Rider".

Songs aus der Hüfte

Die Band fetzt mit, das Orchester im Hintergrund, der Chor. Der Mann, den sie den König des Rock ´n Roll nennen, weil er seine kräftigen Songs vorwiegend aus der Hüfte schoss, gibt die Richtung vor. Er dirigiert, er bedeutet seinen Musikern, wann es loszugehen hat, seine Gestik peitscht sie zum Finale. Er scherzt, spricht zum Publikum, erzählt aus seinem Leben. Und das ist nicht selbstverständlich, der Mann ist seit 24 Jahren tot.

"Elvis - The Concert" gastierte am Montag in Wien, und es war ein bisschen wie Auferstehung eines höchst Lebendigen. Die Musiker, die ihn begleiteten, waren jene, die ihn auch bei seinen Tourneen in den 70er-Jahren begleitet hatten.
James Burton an der Leadgitarre, Glen D. Hardin am Piano, Jerry Scheff am Bass, Ronnie Tutt am Schlagzeug.
30 Jahre haben sie ergrauen lassen, ihr Vermögen, die Musik des King zu zelebrieren, ist nach wie vor im grünen Bereich.
Die "Sweet Inspirations" und die "Imperials", vier Damen und drei Herren, mehr als Stimmen aus dem Background, wenn ihr Meister seine heimliche Liebe, den Gospel, becirct.
Technisch und choreographisch ist diese Show ein kleines Wunderwerk, oder ein Werk, über das man sich zwei Stunden lang wundern kann, je nachdem. Das Material hat man von drei Konzertfilmen und einem TV-Special bei seinem Live-Comeback 1968 entnommen, die Stimme isoliert, die Musiker spielen "on stage". Die atmosphärische Dichte, die dadurch entsteht, wird nur dann löchrig, wenn du den Blick, wie du es bei anderen Rockkonzerten automatisiert hast, der Videoleinwand entziehst, um den Interpreten auf der Bühne zu suchen. Was du dann findest, ist viel Platz zwischen dem Gitarristen und dem Bassisten, aber keinen Interpreten, selbstverständlich.
Eine Tatsache, die du nach wenigen Songs zu negieren beginnst, weil du eine Ahnung bekommst von jener Magie, mit der der Sänger Elvis Presley, vor allem aber der Performer in ihm zu fesseln vermochte.
Als sich der Hauptdarsteller zu "Suspicious Minds" die Stimme aus dem Leib schüttelte, war auch das Publikum völlig losgelöst. Die Leute, die zuvor gesessen waren, drängten an den Bühnenrand, um IHN zu feiern. Sie feierten sie, die Band, die Show. Zurecht.

( von Thomas Arnoldner )

OÖN vom 28.03.01
(c) 2001 Medienhaus Wimmer


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