Zeitzeugin Ingrid Tesch

 öffnet für mabrosELVISworld erstmals ihr Archiv

 

Ich hatte die Gelegenheit am 20. Februar 2018 mit Zeitzeugin Ingrid Tesch zu sprechen und bin stolz euch hier erstmals im Netz ihre Fotos präsentieren zu dürfen. Frau Tesch trat bisher in der Elvis-Welt so gut wie gar nicht in Erscheinung. Sie gab lediglich vor langer Zeit ein Interview für einen Hamburger Oldiesender. Versetzt euch also zurück ins Jahr 1959, als ein damals 17jähriger Teenager zwei Begegnungen der besonderen Art mit Elvis erlebte. Aber der Reihe nach:

Ingrid Tesch wohnte damals in Butzbach (ca. 10 Kilometer von Bad Nauheim entfernt) und arbeitete bei Zahnarzt Dr. Sippel in Bad Nauheim in der Frankfurter Straße. Frau Tesch erzählt mir, wie es zur ersten Begegnung mit Elvis kam: "Es war im März oder April 1959, als ich um die Mittagszeit - sehr wenige Leute waren unterwegs - in der Parkstraße in Bad Nauheim spazieren ging. Ich war auf dem Weg zu meiner Freundin. Ich schaute mir einige Geschäfte an, als plötzlich von hinten ein junger Mann kam und mich auf die rechte Wange küsste. Ich blickte daraufhin völlig verdutzt in das Gesicht von Elvis Presley! Elvis, der in Begleitung von Lamar Fike war, lachte daraufhin sehr über meine Reaktion."

Frau Tesch erzählt weiters: "Es dauerte bis zum August 1959, als es zu meiner zweiten Begegnung mit Elvis kam. Ich war mit meiner Freundin - die bei der Gelegenheit auch eine Kamera mit dabei hatte - auf dem Weg zu Elvis´ Haus in der Goethestraße 14. Dort angekommen sah ich seinen weißen BMW 507. Ich weiß nicht, was in mich gefahren ist, aber ich dachte mir, ich schau, ob ich die Tür des Wagens aufmachen kann. Sie ließ sich tatsächlich öffnen (siehe Foto). Mein Gedanke dabei war: Vielleicht sieht das Elvis im Haus, hat Angst um sein Auto und kommt heraus. Und in der Tat kam Elvis kurz darauf - ob Zufall oder nicht, weiß ich nicht - aus dem Haus. Er trug keine Schuhe, nur Socken! Wir haben dann mitbekommen, dass er sich aufmachte um mit Freunden Football zu spielen. Meine Freundin und ich folgten ihm zu einer Wiese nahe der Goethestraße.

Wir beobachteten daraufhin für ca. 1 1/2 Stunden Elvis beim Spielen. Elvis kam dann und setzte sich zu uns auf die Wiese. Bei der Gelegenheit umklammerte er mit seinen beiden Beinen meinen Bauch so stark, dass ich keine Luft mehr bekam. Ich drückte Elvis mit beiden Händen weg. Elvis musste daraufhin lachen. Ingrid Tesch erlebte Elvis aber bei dieser Gelegenheit auch ganz anders. Elvis, dem es, wie mir Frau Tesch mitteilte, verboten war, in der Öffentlichkeit zu singen, stimmte auf der Wiese plötzlich ein Lied an. Elvis sang leise das Lied "Love Me Tender" vor sich hin. Er war sehr bedrückt, denn vor einem Jahr starb seine geliebte Mutter.

Ich wollte noch von Frau Tesch wissen, ob sie auch im Haus von Elvis in der Goethestraße 14 war. Sie meinte mir gegenüber nur: "Das stand als schüchterner Teenager für mich damals nicht zur Debatte". Und weiter: "Ich war aber im Garten des Hauses Goethestraße wo Vernon Presley und Lamar Fike sich im Liegestuhl sonnen ließen". Frau Tesch´ bekam an diesem Tag im August 1959 auch ein Autogramm von Elvis. Später schickte sie Elvis noch ein paar Fotos, die unterschrieben retour kamen. Eines davon sogar mit Widmung (siehe Foto).

Widmung: To Ingrid the best of Luck in the future - Sincerely Elvis Presley

Schließen möchte ich mit einem riesengroßen Dankeschön an Sie, Frau Tesch: Nicht nur für ein äußerst nettes Gespräch, sondern vor allem für ihre erteilte Genehmigung ihre sensationellen Fotos vom August 1959 auch hier der Elvis-Welt präsentieren zu dürfen. Ein weiterer Dank meinerseits geht an Herrn Hans-Ulrich Halwe nicht nur für seine Gastfreundschaft, den Einblick in sein umfangreiches Archiv, sondern vor allem für das Herstellen des Kontakts zu Ingrid Tesch. Herr Halwe ist übrigens auch verantwortlich für die von der Bad Nauheimer Stadtmarketing und Tourismus GmbH veranstalteten Führungen "Auf den Spuren von Elvis". Solltet ihr euch nicht entgehen lassen.

  

Mabro & Hans-Ulrich Halwe

 

 


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